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Vertrauliche Fallakte · Rätselhafte Todesfälle

Lagerhaus 14

Ein Nachtwächter wird im verriegelten Speicher gefunden – neben einer Kiste, die laut Frachtbrief leer war.

Brick warehouse facade with loading hatches above a canal at night

FLX-H-1921-007

Stadt
Hamburg
Ort
Speicherstadt, Kehrwieder
Zeitraum
November 1921
Status
Ungeklärt
Aktenzeichen
FLX-H-1921-007
Digitalisiert
Oktober 2026

Einführung

In der Nacht auf den 17. November 1921 findet ein Ablöser den Nachtwächter Wilhelm Brandt reglos im vierten Stock von Lagerhaus 14. Alle Türen sind von innen verriegelt, die Luken zum Fleet geschlossen.

Neben ihm steht eine geöffnete Kiste mit Sägespänen. Laut Frachtbrief sollte sie leer sein – das Gewicht beim Verladen widersprach dem jedoch.

Chronologie

  1. 15. November 1921

    Eine Kiste ohne Absender wird im Lagerhaus 14 eingelagert.

  2. 16. November, 22 Uhr

    Brandt beginnt seine Schicht und trägt einen Eintrag ins Wachbuch ein.

  3. 17. November, 5:50 Uhr

    Der Ablöser findet Brandt im vierten Stock.

  4. 17. November, vormittags

    Der Arzt stellt den Tod fest; die Ursache bleibt offen.

  5. Dezember 1921

    Der Spediteur meldet die Kiste als abgeholt; ein Abholschein liegt nicht vor.

Verfügbare Dokumente

  • Wachbuch der Nacht vom 16. November

    Handschriftlich

    Der letzte Eintrag wirkt hastig und bricht mitten im Satz ab.

  • Frachtbrief Nr. 2291

    Vordruck, gestempelt

    Die Gewichtsangabe wurde nachträglich überschrieben.

  • Bericht des Arztes

    Typoskript, 2 Seiten

    Keine äußere Verletzung; keine Feststellung zur Todesursache.

Fotografien

  • Historic harbour warehouse district with barges on the water in black and white
    Speicherstadt am Fleet, Reproduktion um 1925.
  • Night watchman logbook with an unfinished handwritten sentence
    Seite aus dem Wachbuch mit abgebrochenem Eintrag.

Karte

Kartenausschnitt der Speicherstadt mit Lage von Lagerhaus 14 und dem Fleet.

Historic map of a harbour warehouse district with canals

Zeugenaussagen

  • „Es roch nach Lampenöl, obwohl die Lampe kalt war. Die Kiste stand offen wie nach einem eiligen Griff.“

    Heinrich Lorenz · Ablöser

  • „Den Frachtbrief schrieb ich selbst. Das Gewicht ändern musste jemand anderes.“

    Auguste Pohl · Schreiberin der Speditionsfirma

Ermittlungsnotizen

  • Der Schlüsselbund hing am Haken im Wachraum, nicht an Brandts Gürtel.
  • Auf dem Dielenboden fanden sich Schleifspuren in Richtung der Fleet-Luke.
  • Ein Nachbarlager meldete in derselben Nacht einen Lastkahn ohne Positionslicht.

Offene Fragen

  • Was befand sich tatsächlich in der Kiste?
  • Wer änderte die Gewichtsangabe auf dem Frachtbrief?
  • Wie gelangte die Kiste aus dem verriegelten Speicher?

Abschließende Archivbewertung

Stand der Akte: Ungeklärt

Der Befund spricht gegen einen natürlichen Zufall, ohne einen Tathergang zu belegen. Die Schleifspuren und der Lastkahn legen eine geplante Entladung nahe. Ob Brandt Zeuge oder Beteiligter war, lässt sich aus den Akten nicht entscheiden.