Vertrauliche Fallakte · Verschwundene Personen
Das Notizbuch der Hausmeisterin
Ein Notizbuch hält fest, wer wann das Haus betrat – bis die Einträge über eine Mieterin abbrechen.

FLX-N-1954-003
- Stadt
- Nürnberg
- Ort
- Altstadt, Sebalder Seite
- Zeitraum
- Winter 1954
- Status
- Offen
- Aktenzeichen
- FLX-N-1954-003
- Digitalisiert
- Oktober 2026
Einführung
Im Winter 1954 führt die Hausmeisterin Helene Rauschenbach in einem Schulheft Buch über Besucher, Lieferungen und Lärmbeschwerden in einem Mietshaus der Nürnberger Altstadt.
Am 3. Februar verschwindet die Mieterin im zweiten Stock, die Näherin Irma Sebald. Die Wohnung ist unversehrt, doch die letzten drei Seiten des Notizbuchs sind mit einem anderen Stift geschrieben und nennen Uhrzeiten, die nicht stimmen können.
Chronologie
28. Januar 1954
Letzter regulärer Eintrag über Irma Sebald: Lieferung von Stoffballen.
1. Februar
Ein unbekannter Besucher wird dreimal im Notizbuch verzeichnet.
3. Februar
Sebald wird zuletzt im Treppenhaus gesehen.
5. Februar
Die Wohnungstür wird geöffnet; der Tisch ist für eine Person gedeckt.
März 1954
Die Ermittlungen werden ohne Ergebnis ausgesetzt.
Verfügbare Dokumente
Notizbuch der Hausmeisterin
Schulheft, 40 Seiten
Die letzten drei Seiten stammen von anderer Hand.
Meldekarte Irma Sebald
Karteikarte
Letzter Vermerk: Umzugsabsicht nicht angezeigt.
Protokoll der Wohnungsöffnung
Typoskript, 1 Seite
Beschreibt den gedeckten Tisch und eine aufgeklappte Nähmaschine.
Fotografien

Gasse der Nürnberger Altstadt, Reproduktion um 1955. 
Aufgeschlagenes Notizbuch mit Besuchsvermerken.
Karte
Stadtplan der Nürnberger Altstadt mit markiertem Wohnhaus.

Zeugenaussagen
„Die letzten Einträge sind nicht von mir. Das Heft lag in dieser Woche nie außerhalb meiner Schürze.“
Helene Rauschenbach · Hausmeisterin
„Ich hörte nachts die Nähmaschine. Noch zwei Nächte nach ihrem Verschwinden.“
Karl Dietz · Nachbar im dritten Stock
Ermittlungsnotizen
- Die Zeitangaben auf den letzten Seiten widersprechen dem damaligen Straßenbahnfahrplan.
- Die Nähmaschine war mit einem Faden bestückt, der im Haushalt nicht vorrätig war.
- Der unbekannte Besucher wird nur mit „Herr G.“ bezeichnet.
Offene Fragen
- Wer schrieb die letzten Seiten des Notizbuchs?
- Wer verbirgt sich hinter „Herr G.“?
- Wer nähte nach dem Verschwinden weiter?
Abschließende Archivbewertung
Stand der Akte: Offen
Die Akte enthält mehr Anhaltspunkte als Antworten. Dass jemand Zugang zum Notizbuch und zur Wohnung hatte, gilt als gesichert. Der Fall bleibt offen und ist für neue Hinweise geöffnet.
