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Vertrauliche Fallakte · Verschwundene Personen

Der Uhrmacher von der Severinstraße

Eine Werkstatt, deren Tür von außen verschlossen blieb, und fünf Standuhren, die allesamt um 3:40 Uhr stehen geblieben waren.

Narrow historic shop front in a European old town street at dusk

FLX-K-1898-014

Stadt
Köln
Ort
Severinstraße, Altstadt-Süd
Zeitraum
März 1898
Status
Ungeklärt
Aktenzeichen
FLX-K-1898-014
Digitalisiert
September 2026

Einführung

Im März 1898 bemerkt ein Nachbar, dass die Ladenglocke der Werkstatt an der Severinstraße seit vier Tagen nicht mehr zu hören ist. Der Uhrmacher Emil Hartwig, 52 Jahre alt, gilt als pünktlich, zurückgezogen und schuldenfrei.

Als die Wache die Tür öffnet, findet sie die Werkstatt aufgeräumt vor. Das Bett ist unbenutzt, der Mantel hängt am Haken – und fünf Standuhren im Verkaufsraum zeigen übereinstimmend 3:40 Uhr.

Chronologie

  1. Montag, 7. März 1898

    Letzte bestätigte Sichtung: Hartwig kauft beim Bäcker nebenan Brötchen.

  2. Dienstag, 8. März

    Die Ladenglocke bleibt stumm; der Laden öffnet nicht.

  3. Freitag, 11. März

    Ein Nachbar meldet die verschlossene Werkstatt der Wache.

  4. Samstag, 12. März

    Die Tür wird geöffnet. Das Protokoll der Wache hält fünf stehende Uhren fest.

  5. April 1898

    Nach erfolgloser Befragung der Nachbarschaft wird die Akte an das Archiv überwiesen.

Verfügbare Dokumente

  • Wachprotokoll vom 12. März 1898

    Handschriftlich, 2 Seiten

    Beschreibt den Zustand der Werkstatt Raum für Raum.

  • Werkstattbuch 1896–1898

    Geschäftsbuch, 48 Seiten

    Letzter Eintrag: eine Reparatur für einen unbekannten Kunden „B.“.

  • Skizze der Ladenräume

    Tuschezeichnung

    Zeigt die Position der fünf Standuhren.

Fotografien

  • Cobbled street with tall townhouses in Cologne old town in black and white
    Straßenzug der Severinstraße, Reproduktion einer Aufnahme um 1900.
  • Open workshop ledger with handwritten customer notes
    Detail eines Werkstattbuchs mit Kundennotizen.

Karte

Lageplan der Severinstraße mit eingezeichneter Werkstatt und Bäckerei.

Historic street plan of a city district with marked buildings

Zeugenaussagen

  • „Er kaufte immer zwei Brötchen, nie mehr. An dem Montag nahm er drei und sagte nichts dazu.“

    Adelheid Vogt · Bäckerin und Nachbarin

  • „Der Meister sprach in den letzten Wochen von einer Bestellung, die er nicht aus der Hand geben wollte.“

    Konrad Feldmann · Lehrling, 15 Jahre

Ermittlungsnotizen

  • Keine Anzeichen eines Einbruchs; die Tür war von außen zugesperrt, von innen jedoch nicht verriegelt.
  • Der Schlüssel zur Werkstatt wurde nie gefunden.
  • Die Einträge im Werkstattbuch enden mit einem Kürzel, das keinem Kunden zugeordnet werden konnte.

Offene Fragen

  • Wer sperrte die Tür von außen ab?
  • Welche Bestellung wollte Hartwig nicht aus der Hand geben?
  • Weshalb zeigten alle fünf Uhren dieselbe Zeit?

Abschließende Archivbewertung

Stand der Akte: Ungeklärt

Die Akte enthält keine Hinweise auf Gewalt, aber auch keinen Beleg für eine freiwillige Abreise. Die übereinstimmend stehenden Uhren sprechen für eine bewusste Handlung. Der Fall bleibt nach heutigem Archivstand ungeklärt.